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M-F Hakket


Anmeldedatum: 28.07.2009 Beiträge: 678 Wohnort: Bremervörde
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Verfasst am: 10.06.2010, 13:48 Titel: Anspruch - eher hinderlich?
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Moin!
Okay, was ist Anspruch, wo bekommt man das her, kann man das essen und was soll ich damit?
Scherz beiseite.
Ich denke, die meisten hier versuchen wirklich, etwas Ordentliches auf die Beine zu stellen, wenn sie schreiben. Einige brechen sich wirklich bei jedem Satz einen ab, konstruieren wahre Kunst, feilen und sägen, bis jedes Wort einen Wohlklang im Hirne des Lesers hinterlässt. Sie geben sich Mühe, ihre Geschichte logisch zu durchdenken, jeden Logikfehler auzumerzen.
Schön - super - und danke für den Fisch.
Und, fragt man sich da manchmal - bringt es das überhaupt?
Sicherlich kann man nicht jedes Genre in einen Topf werfen, das ist vollkommen klar, aber nehmen wir mal die normale Unterhaltungsliteratur. Nehmen wir mal normale Romane, Krimis, Thriller.
Immer mehr bekomme ich den Eindruck, dass nur die Titel eine reelle Chance haben, die sowohl den literarischen wie auch den auf Logik basierenden Anspruch auf Kellerniveau halten.
Neulich las ich ein Buch.
(Juchhuu)
Und ja, ich wusste, dass der Autor nicht wirklich anspruchsvoll ist, dass er Thriller schreibt, die vor allem Tempo erzeugen sollen, und ja, ich weiß auch, dass der Mann wie blöde Bücher verkauft, also in seinem Genre ein wahrer Bestsellerautor ist.
Aber mal im Ernst: Muss man sich als Leser veräppeln lassen? Muss man akzeptieren, dass diese Autoren den Leser für blöd halten?
Okay, über den literarischen Anspruch kann man sich ja streiten.
Und ich gebe eine Passage auch nicht wortwörtlich wieder, sondern nur vergleichbar:
"Sie gingen den Gang lang.
Da lag was.
Ein Mann.
Tot.
Voll tot.
Sie gingen dahin wo der Mann lag.
Er war tot.
Fritz stupste den Mann mit dem Fuß an.
Stups, stups.
Nichts.
Tot.
Der Mann war tot.
Voll tot.
Fritz trat zu.
Tret, tret.
Nichts.
Immer noch tot.
Fritz kam zu dem Schluss, dass der Mann tot war.
Tot.
Also nicht mehr am Leben.
Sie gingen weiter."
Nun gut. Da kann man auch geteilter Meinung drüber sein.
Aber ...
Dass ein normaler Mann einem Krokodil (!) im Wasser (!) mit den bloßen Händen das Genick bricht, dass ein Wanderfalke eine brennende (!) Fackel aus der Luft fängt, dass eine englischer Doppeldeckerbus sich mehrfach überschlägt - der Länge nach (!) - und dann auf die Räder kommt, weiterfährt und den Insassen nichts passiert ist, dass ein Garten in einer absolut dunklen und trockenen Höhle (!) seit 3000 Jahren vor sich hinwächst und in dieser Höhle, die seit 3000 Jahren unberührt ist, eine Falle ist, die aus lebenden (!) Schlangen besteht, dann frage ich mich, ob ich hier nicht ganz heftig verulkt werde.
Gut, nochmal okay, man darf sich ja - um Tempo und Spannung zu erzeugen - einiges an Ungereimtheiten rausnehmen, aber das ist doch nun wirklich etwas heftig.
Was nun, und was solls?
Ich frage mich, ob es nicht vollkommen Wurst ist, sich irgendwelche Mühe beim Schreiben zu geben.
Offenbar hat Erfolg nichts mit Können zu tun. Vielleicht sogar eher weniger?
Gruß
Hakket _________________ In jedem Menschen existieren düstere Orte. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gefunden.
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Patrick Sandro Nonn

Anmeldedatum: 22.04.2010 Beiträge: 346 Wohnort: Brohl-Lützing
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Verfasst am: 10.06.2010, 13:53 Titel:
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| Buchhändlerische Neugier lässt mich fragen: "War das ein Buch von Clive Cussler???" |
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Patrick Sandro Nonn

Anmeldedatum: 22.04.2010 Beiträge: 346 Wohnort: Brohl-Lützing
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Verfasst am: 10.06.2010, 13:56 Titel:
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| Zur Widerlegung deiner These darf ich als Lektüre "Glennkill" von Leonie Swann, oder (älteres Beispiel) "Das Parfum" von Patrick Süskind anbieten... |
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Thesken


Anmeldedatum: 02.08.2009 Beiträge: 1069 Wohnort: Unna
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Verfasst am: 10.06.2010, 14:01 Titel:
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Micha, ich denke, Erfolg hat überhaupt nichts mit Können zu tun. Erfolg hat etwas mit Vitamin B, mit Glück, mit Geld zu tun.
Natürlich ist Können nicht hinderlich auf dem Weg zum Erfolg, aber es ist auch nicht erforderlich.
Leider ist es mir schon häufiger aufgefallen, dass Autoren, die mit Glück ihr Können an die Öffentlichkeit gebracht haben, im dritten, vierten, fünften Buch plötzlich stark im Können nachlassen. Trotzdem bleibt der Erfolg, den sie durch Glück erreicht haben.
Dann gibt es diese jenen, die überhaupt kein Können haben, auch noch keinen Namen oder Geld haben, die aber von ihrem Vitamin B dermaßen marketingtechnisch gepuscht werden, dass sie trotz allem erfolgreich sind.
Einfach nur Können reicht schon längst nicht mehr aus. Wenn ich einfach nur kann, kauft trotzdem niemand mein Manuskript, weil es keiner merkt. Wenn ich aber zu meinem Können noch Glück hab, dass der Lektor gerade einen guten Tag hat und sich die neuen Manuskripte wirklich durchliest, und er zufällig auch noch meinen Schreibstil mag, dann könnte es klappen. Wenn ich dann noch mein Manuskript von vornherein an einen Lektor schicken kann, den ich persönlich kenne, habe ich noch bessere Chancen (und auf jeden Fall deutlich bessere Chancen als jemand ohne Vitamin B, egal wie viel besser er kann).
Also, um deine Eingangsfrage zu beantworten: Nein, Anspruch ist nicht hinderlich. Es bringt einen aber auch nicht weiter. Und nein, essen kann man Anspruch auch nicht. Es ist im Prinzip völlig nutzlos, solange es alleine steht
Liebe Grüße,
Theresa _________________ Nayas Suche - Geheimnisvolles Ayana
Shaker Media, 2008
ISBN: 978-3-86858-068-6
Miro - Kleiner Drache ganz groß
Shaker Media, 2009
ISBN: 978-3-86858-372-4
Sprache ist mehr als nur Worte - Sprache ist Magie
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M-F Hakket


Anmeldedatum: 28.07.2009 Beiträge: 678 Wohnort: Bremervörde
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Verfasst am: 10.06.2010, 14:39 Titel:
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Naja, an sich ist die Frage eh überflüssig.
Nur als ich das Buch las, wusste ich echt nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte.
Man ärgert sich dann schon irgendwie.
@ Patrick:
Cussler ist dagegen anspruchsvoll.
Hier ging es um Matthew Reilly.
Klar, es gibt auch haufenweise Gegenbeispiele. Wobei es "Das Parfüm" wohl sehr lange sehr schwer hatte.  _________________ In jedem Menschen existieren düstere Orte. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gefunden.
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Patrick Sandro Nonn

Anmeldedatum: 22.04.2010 Beiträge: 346 Wohnort: Brohl-Lützing
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Verfasst am: 10.06.2010, 14:43 Titel:
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Gegen das Ärgern hat der Buchhändler auch nen Tipp (der allerdings nicht gerne angenommen wird)
WEGLEGEN! NICHT WEITERLESEN!!! _________________ "Sie werden Shakespeare erst richtig genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen." |
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Marie


Anmeldedatum: 31.03.2010 Beiträge: 421 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 10.06.2010, 14:49 Titel:
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Hallo Hakket,
bei deinem Beispiel mit dem toten Mann musste ich lachen. Schlimmer kann es kaum noch werden.
Ungereimtheiten und wahnwitzige Behauptungen ärgern mich auch beim Lesen und ich verbanne das Buch auf Nimmerwiedersehen. Außer es handelt sich um Fantasie, in diesem Genre ist es erlaubt.
Anspruch würde ich als Ansprechend interpretieren und da solche Texte anscheinend viele Menschen ansprechen, wird das Buch (nach raffinierter Werbung) gekauft. Meistens wollen die Leser nur unterhalten werden und wenig darüber nachdenken. Bestes Beispiel: Fernsehprogramm!
Jeder Mensch hat seine eigenen Ansprüche. Wie hoch oder niedrig die Latte gelegt wird - wir haben keinen Einfluss darauf. Jeder Leser bestimmt selbst was ihm gefällt und die Verlage bedienen hauptsächlich die Masse, weil es sich lohnt. Deswegen stirbt aber die anspruchsvolle Literatur nicht aus. Wir müssen nur danach suchen.
Liebe Grüße
Marie _________________ www.marie-luise-schoenleben.de
Verkauf auf Flohmärkten
ISBN 978-3-8391-9187-3 |
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yggdrasil

Anmeldedatum: 21.11.2006 Beiträge: 488 Wohnort: Im Norden Deutschlands und im Süden Skandinaviens
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Verfasst am: 10.06.2010, 14:59 Titel:
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Habe mir die gleichen Fragen gestellt bei Christian Kracht (Vater war ein hohes Tier bei Springer!) und seinem Buch "Faserland". M. E. absolut ohne schriftstellerisches Niveau, ein Hohes Lied auf das Saufen, Rauchen, Stehlen und stilvolles Kotzen.
Habe dann gegogelt und gesehen, dass das Buch in wer weiß wie viel Auflagen in mind. 12 verschiedenen Sprachen weltweit erfolgreich verkauft wird. Ich gebe zu, so schlecht kann keiner von uns schreiben.
Und da ich das Buch trotz vielfachen Schimpfens tapfer bis zum Ende durch gelesen habe, fragt meine Frau verwundert: Warum tust Du Dir das an?
Ich glaube, zu Deiner Frage gibt es eine ziemlich einfache Herleitung: Berühmt=wer Erfolg hat=wer viele Bücher verkauft hat=als Folge des Marketing (oder der Herkunft)
Yggdrasil _________________ www.autorenwerkstatt.de.tl
http://tordenfjord-verlag.de/buecher/laufgenuss.html |
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Thesken


Anmeldedatum: 02.08.2009 Beiträge: 1069 Wohnort: Unna
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Verfasst am: 10.06.2010, 20:48 Titel:
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Patrick,
ich lese grundsätzlich Bücher nicht weiter, die mir zu zäh sind ... (also alles, was unverständlich ist oder mich zu sehr langweilt) ... ebenso wenig wie Bücher, die logische Brüche haben. Solche Bücher werden sofort zugeklappt und nicht mehr aufgeklappt ...  _________________ Nayas Suche - Geheimnisvolles Ayana
Shaker Media, 2008
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Peter-Pitsch


Anmeldedatum: 26.08.2009 Beiträge: 143 Wohnort: Dänemark
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Verfasst am: 11.06.2010, 18:58 Titel:
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Verlagshäuser sind betriebswirtschaftliche Unternehmen, die (mit wenigen Ausnahmen) den Käsefabriken gleichen. Mag sich auch eine große Menge Stümperei unter den zahlreichen Texten befinden, die tagtäglich über die Tische der Lektorate gezerrt werden, das ein oder andere wertvolle Stück Literatur fällt gleichermaßen der Missachtung anheim, wenn es denn kein finanziell vielversprechendes Thema bzw. Genre bedient. Stattdessen kommen Flimmergestalten aus dem Showbuisiness daher und rülpsen den Leuten Taktlosigkeiten ins Ohr, und siehe da, dieselben Verleger, dieselben Lektoren, die dem ´kleinen´ Dichter eben noch das Werk um die Ohren gehauen haben, lassen alle pseudo-kritische Wichtigtuerei fahren und kreisen begierig über den Abfällen unserer Zeit. Des Geldes willen zu jeder Schandtat bereit.
Verlagswesen
Wenn die dunklen Geheimnisse Gestalt annehmen
reitet niemand seinen Pegasus fernab des Asphalts
geschmiegt an die laue Wärme des Konsensus,
viel zu tief standen wir im Sumpf aus Verzweiflung
durch die Labyrinthe der Vernunft spukt ein Fehler
was umgeht als Phantom ist menschliche Armut
auf Papier gebannt zu nackten Kompositionen
Geschichten um Trauer, Erniedrigung und Tabus
frei assoziierend denkt man an spielende Kinder
von hochmütigen Lehrern geschult in Zynismus.
Wo die Literatur moralische Verärgerung erzeugt
wie Wortbestien, die im eigenen Blut schwappen
ist poetisches Anliegen zum Verwesen bestimmt
wo jemand sitzt, der die Form nicht über Kondition
stülpen kann, ist der spröde Kommentar garantiert
die gängigen Grüße zur sinnlosen Phrase erstarrt
fort setzt sich die Odyssee von Anstalt zu Anstalt
ein Verdacht wächst sich aus zu bedenklicher Norm
der Idealismus gestorben, quälen die Absagen kaum
einjeder Satz so flüchtig wie die lesende Illusion.
Peter Pitsch, Übelungen _________________ Texte von Peter Pitsch - Satire, Lyrik, Romane
http://www.peter-pitsch-schriftsteller.com |
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lo.fi.

Anmeldedatum: 16.08.2009 Beiträge: 275
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Verfasst am: 12.06.2010, 16:38 Titel:
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Die Freiheit, die der Schriftsteller sich leisten darf, ist nicht die gleiche, die er sich auch leisten soll bezüglich seines Genres und Gedankenkreises. Dabei ist es nicht so sehr die Diktatur der Nachfrage, die jene abseitigen Werke wegzensiert, als vielmehr jene Schreier, die die Nachfrage erzeugen in der Göttlichkeit des medialen Hypes.
Nun gut, mag sich der eine oder andere Verfasser ins Fäustchen denken; spring ich eben auf den Zug und lasse meine Träume fliegen.
Zur Landung wünsche ich viel Glück, denn diese wird in Trümmern liegen.
Allein der Wille, mitzupusten neue Blasen der Nation wird niemals reichen, erst wenn du dich ganz verschreibst, nicht in Rücken der Empfindlichkeit zu fallen, wird man vielleicht ein Jota für einen Zeh des Fußes in der Tür dir weichen.
lo.fi. |
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Andreas T.

Anmeldedatum: 09.08.2009 Beiträge: 258
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Verfasst am: 17.06.2010, 09:26 Titel: Re: Anspruch - eher hinderlich?
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Dieser Beitrag wurde gelöscht.
Zuletzt bearbeitet von Andreas T. am 01.07.2010, 11:01, insgesamt einmal bearbeitet |
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M-F Hakket


Anmeldedatum: 28.07.2009 Beiträge: 678 Wohnort: Bremervörde
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Verfasst am: 17.06.2010, 15:05 Titel:
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Jo, Andreas, richtig!
Verkaufen können ist natürlich ein äußerst wichtiger Bestandteil.
Um auf das Beispiel zurückzukommen:
Reilly hat selbst mal irgendwo geschrieben, dass er absichtlich Charakterzeichnungen, tiefer gehende Erklärungen, Logik und ähnliches außen vor lässt. Sein Anspruch ist es, reine Pagetuner zu verfassen, die sich nur um Tempo und Action scheren.
Zugegeben, das funktioniert ja auch.
Dass er aber so dreist dabei vorgeht, hätte ich nciht für möglich gehalten - vor allem auch nicht, dass es weltweit zu funktionieren scheint.
Inzwischen hab ich mich auch wieder abgeregt.
Jetzt lese ich "Menschenhafen" von Lindquist. Der versöhnt mich dann wieder etwas. Zum Teil herrliche Satzgefüge und Beschreibungen. _________________ In jedem Menschen existieren düstere Orte. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gefunden.
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Inselchen

Anmeldedatum: 11.08.2009 Beiträge: 1164
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Verfasst am: 17.06.2010, 16:08 Titel:
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Tja, verkaufen können scheint eine Kunst zu sein. Merkwürdigerweise halten viele Leute das für gut, was ihnen suggeriert wird, besonders in ist oder so. Meinungen können auseinandergehen, jeder hat einen anderen Geschmack. Ich find es nur immer wieder sehr schade, wenn man merkt, dass Bücher schon "beurteilt" werden, wenn man genau weiß, der Beurteilende hat sie gar nicht gelesen oder höchstens an- oder quergelesen, was ich oft genug bemerke.
Oft genug empfinde ich beim gründlichen Lesen, dass mancher noch nicht so bekannte Autor in meinen Augen sehr gut schreibt und leider noch nicht den Bekanntheitsgrad hat, weil ihm Konnections, das nötige Fünkchen Glück usw. fehlen. Ich glaub, oft fehlt auch das richtige tiefe Einlesen in Texte, die es verdient haben, gelesen zu werden. Texte mit "Anspruch" können zuweilen auch ein bisschen die grauen Zellen des Lesers anstrengen.
Ich musste mich im Studium oft genug mit Texten rumquälen, die mir zuwider sind und waren, die aber von sehr anerkannten Schriftstellern verfasst wurden. Immerhin haben sie sich zum Interpretieren geeignet.
Nun es gibt Schriftsteller, die hässliche Situationen bewusst hässlich schreiben um klar zu machen, dass an der Situation gar nichts Schönes zu finden ist. Zuweilen kann man die Hintergründe herausfinden, warum jemand an der und der Stelle so häßlich schreibt. Aber bei manchen Schriftstellern liegt der Verdacht doch nahe, dass sie gar nicht schreiben können und den Leser, der sich ver... läßt, kräftig ver.... .
Tja und manchmal kann mich auch ein übertriebenes Gesülze dazu bringen, ein Buch in die Ecke zu legen, das in erster Linie, wenn der Autor absolut nicht authentisch ist, was man zuweilen auch merken kann.
Manche müssen ja von Berufswegen alles Mögliche lesen, ob es ihnen gefällt oder nicht, sind dann die Opfer: Tot, töter, mausetod , aber zum Glück kann sich mancher ja leisten, zu lesen, was ihm gefällt, zu rezensieren, was ihm gefällt, wenn er denn möchte....
Am Rande mal eine kleine Parallele zum Lesen: Die Kunst.
Wir waren in einem Kunstmuseum und standen vor einem Bild, das aussah, als wenn man mit Pinseln dagegen geklatscht hätte. Und beruhigt stellte ich dann fest, dass meine Interpretation so falsch gar nicht war. Uns wurde erklärt, der Künstler hätte sich in einen Rauschzustand versetzt und die kostbare Leinwand mit Farbe beworfen, das würde seinen Gefühlszustand widerspiegeln. Dieses Bild befindet sich nun in einer bekannten Kunstausstellung und wird immer wieder gezeigt.  |
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