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 THEMA: Was ist ein guter Autor?
 
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M-F Hakket
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 16:13    Titel: Was ist ein guter Autor? Antworten mit Zitat

Moin.
Vielleicht ist die Frage schon mal so ähnlich gestellt worden, aber wir haben ja auch ein paar Neue, und es ist vielleicht auch interessant zu sehen, ob sich bei dem einen oder anderen die Einstellung verändert hat.

Was also ist ein guter Autor und woran macht man den fest (nicht wie).

Muss ich als Autor vor mir selber bestehen können? Oder bin ich auch bereit, Sachen zu schreiben, die ich eigentlich nicht aus freien Stücken schreiben würde? Also würde ich auch Auftragsmäßig schreiben? Oder "klebe" ich an meinen Wörtern? Bin ich bereit, etwas zu ändern, um anderen entgegen zu kommen?

Wem will ich es vor allem recht machen? Mir selbst? Anderen? Was ist mein persönlicher Erfolg? Wenn ich gelesen werde? Oder ist mir das egal? Ist es mir wichtiger, das zu schreiben, was ich will und wie ich will?

Was ist mein Anliegen? Möchte ich besonders opulent formulieren, so dass sich Gelehrte vor Verzückung ins Höschen machen, mich die Masse aber nicht versteht? Oder ist mir das Wurscht und ich schreib halt sehr einfach, damit mich möglichst viele mögen?

Ist mir der "Fluss" wichtiger, bin ich bereit, auch an sich falsche Formulierungen zu machen, um Stimmung zu erzeigen, oder lege ich mehr Wert auf absolute Korrektheit?
Beispiel:

"Das ist Blödsinn!", lachte er.

An sich ist die Formulierung nicht richtig, weil man nicht reden kann, wenn man lacht. Wenn man lacht, lacht man.
Und trotzdem wird irgendwie klar, wie der Satz gemeint ist.

Also:
Was sind eure Ansichten eines guten Autors?
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Zuletzt bearbeitet von M-F Hakket am 23.06.2010, 16:16, insgesamt einmal bearbeitet
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M-F Hakket
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 16:15    Titel: Re: Was ist ein guter Autor? Antworten mit Zitat

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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

Eine sehr interessante Frage. Ich freue mich jetzt schon auf die folgende Diskussion Wink

Hier meine Ansicht:

Als guter Autor muss ich zuallererst einmal selber hinter dem stehen können, was ich schreibe. Völlig egal, ob es meine Idee oder eine Auftragsarbeit war, ich muss mich wohlfühlen bei dem Gedanken daran, dass andere mein Geschreibsel mit mir in Verbindung bringen werden.

Das setzt natürlich voraus, dass man sich bereits im Vorfeld klarmachen muss, welche Konsequenzen das eigene Geschreibsel eventuell nach sich ziehen kann. Welche Reaktionen werden vermutlich kommen? Kann ich damit umgehen? Stehe ich genug hinter meinem Werk, um es glaubhaft gegen Kritiker verteidigen zu können?

Wenn ich nicht hinter dem stehen kann, was ich schreibe, dann sollte ich es nicht schreiben. Punkt.

So, wenn Punkt eins erfüllt ist, was macht einen guten Autor noch aus?

Er sollte für seine Zielgruppe verständlich und interessant schreiben können. Wer die Jury des Literaturnobelpreises als Zielgruppe auserkoren hat, der ist ein guter Autor, wenn er diese Jury in Begeisterung versetzen kann. Völlig egal, was Ottonormalverbraucher von seinem Buch halten. Auch völlig egal, ob es fehlerhaft oder schlechter Stil ist, solange es seiner Zielgruppe gefällt.

Wer aber Bücher für die breite Masse schreiben und diese auch verkaufen will, der muss eben massentauglich schreiben können. Wenn das bedeutet, dass er einige Sachen einfach falsch schreibt (wie in dem Beispiel mit dem "lachte er"), weil es für die breite Masse so einfacher zu verstehen ist und der Lektor es so will, dann sei es.

Was ich damit sagen will: Es gibt nicht DEN guten Autor. Im Endeffekt entscheidet immer die Zielgruppe über gut oder schlecht. Und man selber.

Ich wage einfach mal zu behaupten, dass es nicht einen Schriftsteller gibt, der von wirklich allen als "gut" bezeichnet wird. Also liegt es immer im Auge des Betrachters.
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M-F Hakket
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Thesken hat Folgendes geschrieben:

, dass andere mein Geschreibsel mit mir in Verbindung bringen werden.



Interessanter Nebenaspekt:
Wäre es nicht gar auch eine Kunst, dass andere mein Geschreibsel NICHT erkennen können. Sprich: Nicht merken, dass es von mir stammt?
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Christa
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Erst einmal muss es einem selbst gefallen was man schreibe. Das ist vermutlich eines der Grundbedürfnisse einen jeden Autoren.
Doch sollte man sein Schreibsel veröffentlichen, steht man auch in der Verantwortung seinen Lesern gegenüber, die immerhin Geld für ein Buch bezahlen.
Man kann es nicht allen recht machen, jeder hat seinen eigenen Geschmack aber es sagt doch viel aus wenn man Leser hat, die Spaß am Lesen des Buches haben.
Der Autor muss auf jeden Fall hinter seinem Werk stehen!
Für die Masse schreiben...hmmm. Im Grunde bleibt es einem nicht ganz erspart, möchte man wirklich mehr erreichen als nur ein Buch irgendwo in einer Liste stehen zu haben. Glücklich ist, derjenige dem selbst gefällt was die "Masse" liest...er kann sich in diesem Fall treu bleiben.

Der Nebenaspekt: Warum sollte jemand darauf Wert legen an seinem Schreibsel nicht erkannt zu werden? Wink
Eine Kunst...wohl eher nicht. Wenn ich eine äußerst erotische Story schreiben würde, wäre der Erkennungswert vermutlich gleich Null....weil man es nicht erwarten würde... Mr. Green
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Thesken
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, es gibt genug Autoren, die unter Pseudonym schreiben. Das kann mehrere Gründe haben. Meist ist es jedoch so, dass ein Autor in einem bestimmten Genre Erfolg hat und dann anfängt, in einem völlig anderen Genre zu schreiben. Mit Hilfe des Pseudonyms trennt er diese beiden Bereiche (und umgeht damit eventuell die Vorurteile, dass ein Autor aus Genre A bestimmt nix Vernünftiges in Genre B schreiben kann Rolling Eyes ).

Aber man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass es immer irgendwann rauskommen kann, wer dahinter steckt. Für diesen Fall muss man auch damit leben können, eben mit seinem Pseudonym-Geschreibsel in Verbindung gebracht zu werden Wink

Christa, mit der Verantwortung den Lesern gegenüber hast du noch einen wichtigen Aspekt angesprochen. Natürlich sollten mir als Autor meine Leser wichtig sein, also muss ich so schreiben, dass ich ihren Anforderungen gerecht werde. Oder mir neue Leser suchen.
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Christa
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt, aber es ist doch besser wenn man seine Leser halten kann. Das ist auch ein Grund, warum folgende Bücher immer noch "einen oben drauf setzen§ sollten. Die Leser haben Erwartungshaltung, der man gerecht werden sollte.
Beispiel: Ich habe mal ein wirklich gutes Buch gelesen, natürlich habe ich mir auch das zweite gekauft...das wiederum war vom Genre gleich aber kam längst nicht an das Erste heran. das Dritte hab ich mir erst gar nicht mehr gekauft...
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Inselchen
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BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Muss man den Lesern gerecht werden, um authentisch zu sein? Ich finde eher nicht. Smile Selbstverständlich finde ich es wundervoll, wenn einer einen freundschaftlich auf gewisse formale Fehler hinweist, dafür bin ich immer sehr dankbar, besonders bei dem sehr eleganten 4-Augen-Prinzip. Nun, man muss wissen, was man will. Will man scheiben, was man glaubt, der neuzeitliche Leser erwartet das oder will man das schreiben, was aus einem selber heraus kommt, ich bevorzuge das Letztere ohne mich einer wirklich konstruktiven Kritik veschließen zu wollen, smile, dann wenn sie gewünscht ist und gefragt oder gentlemanlike. Smile) Es sind halt so Sätze bei mir hängen geblieben wie: "Es muss auch Menschen geben, die sich nicht verbiegen lassen", für diesen Satz danke ich demjenigen immer noch, der es sagte. Smile)
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Andreas T.
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BeitragVerfasst am: 24.06.2010, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag wurde gelöscht.

Zuletzt bearbeitet von Andreas T. am 01.07.2010, 10:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Marie
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BeitragVerfasst am: 24.06.2010, 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hakket
Was ist ein "guter" Autor?
Meinst du aus der Sicht eines stinknormalen Lesers oder aus der Sicht eines Fachmannes? Ich finde das ist ein großer Unterschied.
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einKnopf
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BeitragVerfasst am: 25.06.2010, 00:40    Titel: Antworten mit Zitat

Thesken hat Folgendes geschrieben:
Zielgruppe: die Jury des Literaturnobelpreises... völlig egal, ob es fehlerhaft oder schlechter Stil ist, solange es seiner Zielgruppe gefällt

genau, es reicht wenn man ein Lexikon aufschlägt und alle total außergewöhnlichen Wörter hintereinander weg schreibt die man findet ^^

Christa hat Folgendes geschrieben:
Doch sollte man sein Schreibsel veröffentlichen, steht man auch in der Verantwortung seinen Lesern gegenüber, die immerhin Geld für ein Buch bezahlen

eben... ich gebe mir irgendwie immer automatisch selber die Schuld daran wenn Leute das Buch gekauft haben und es nicht mögen... ich weiß das meintest du nicht, aber in dem Zusammenhang passt es grad so schön ^^

Ich stimme denen zu, die sagen, als Autor sollte man zu dem, was man schreibt, stehen können. wenn man das nicht kann sollte man zwar nicht aufhören zu schreiben aber es zumindest nicht unter die Leute bringen. und ich meine keine kleinen selbstzweifel sondern wenn man so gar nichts verteidigendes vorzubringen hätte im ernstfall
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Patrick Sandro Nonn
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BeitragVerfasst am: 25.06.2010, 01:40    Titel: Antworten mit Zitat

hm. Wir haben doch alle Geschichten im Kopf von denen wir (wie ich hoffe zu recht) denken, dass sie erzählte werden müssen. Und ich bin mir sicher, jeder von uns hat seine eigene (erzähl-)Stimme, seinen eigenen Stil, seine eigene Art, die zu sagenden Dinge rüberzubringen. Ich weiß gar nicht ob es in dem Zusammenhang "günstig" ist sich Gedanken über guter Autor, schlechter Autor, oder ähnliches zu machen. Ich würde vorschlagen, den Verlag (den man findet oder hat) und das Publikum also die Leser sich ihr eigenes Urteil bilden zu lassen. Ernten werden wir eh immer nur zwei Arten von Kritiken: Gute... und schlechte...
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Thesken
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BeitragVerfasst am: 25.06.2010, 02:59    Titel: Antworten mit Zitat

Patrick Sandro Nonn hat Folgendes geschrieben:
Ernten werden wir eh immer nur zwei Arten von Kritiken: Gute... und schlechte...


Gut gebrüllt, Löwe Wink

Ich denke auch, man sollte sich auf jeden Fall treu bleiben. Wenn es sein sehnlichster Wunsch ist, massentauglich bei einem großen Verlag unterzukommen, dann ist das der richtige Weg, wenn es einem aber hauptsächlich auf die Geschichten an sich ankommt, dann kann es durchaus passieren, dass man nie Erfolg damit hat. Aber man ist trotzdem ein guter Autor, weil man das erreicht hat, worauf es einem ankam: Seine Geschichten so zu erzählen, wie man das für richtig fand.

Jeder, der irgendwann anfängt zu schreiben, entwickelt sich mit der Zeit weiter. Man ändert vielleicht nicht nur seinen Stil, sondern auch seine Prioritäten. Manchmal blickt man zurück und ist entsetzt, was man zu Beginn zu Papier gebracht hat, und würde es am liebsten überarbeiten. Das gehört alles dazu.

Ich denke, was einen guten Autor am meisten von einem schlechten Autor unterscheidet ist die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln. Ein guter Autor lernt dazu und verbessert seine Fähigkeiten, um seine Ziele noch besser erreichen zu können. Ein schlechter Autor ist dermaßen von sich überzeugt, dass er stagniert. Natürlich heißt es nicht, dass man sich zwangsläufig verändern MUSS, um ein guter Autor zu sein. Aber man sollte zumindest offen fürs Weiterlernen sein. Die wenigsten schaffen es ohne Weiterentwicklung, dauerhaft dort zu sein, wo sie sein möchten.

Es ist schwierig, einen guten Autor zu definieren. Vielleicht muss man zwischen der Betrachtung eines Zeitpunktes und der Betrachtung eines Lebenswegs unterscheiden. Was ist ein guter Autor, wenn man sein Blickfeld auf einen Zeitpunkt eingrenzt? Derjenige, der voll und ganz hinter dem stehen kann, was er macht, und damit seinen Zielen zumindest ein Stück näher kommt. Was jedoch ist ein guter Autor, wenn man ein ganzes Leben betrachtet? In meinen Augen nur derjenige, der sich weiterentwickelt. Menschen ändern sich und es wäre merkwürdig, wenn sich nicht auch das eigene Geschreibsel weiterentwickeln würde.

Man kann es bei einigen Bestsellerautoren gut erkennen. Natürlich sind es gute Autoren, wenn man einzelne Bestseller herauspickt. Sie haben ihr Ziel erreicht, sie haben Millionen Bücher verkauft. Wenn man aber so manchen Autor genauer unter die Lupe nimmt und seine gesamten Bücher betrachtet, fällt einem leider bei vielen auf, dass sie irgendwann stehenbleiben. Sie werden nicht mehr besser. Ihre Leser entwickeln sich weiter, ihre Bücher aber nicht. Die Folge: Die Leser sind enttäuscht und den Autoren wird es immer schwerer fallen, ihren guten Ruf und ihren Erfolg aufrecht zu erhalten. Bei dieser Betrachtung fällt also ganz schnell auf, dass nur sehr wenige der ganz großen Autoren wirklich gute Autoren sind - auf lange Sicht.

Wie inzwischen wahrscheinlich die meisten hier wissen, arbeite ich unter anderem als Lektorin. Und ich kann ehrlich sagen, es erfüllt mich jedes Mal mit Stolz, wenn ein anderer Autor zu mir kommt und mich um Hilfe bei seiner Entwicklung bittet. Was mich allerdings noch mit viel größerem Stolz erfüllt ist die Tatsache, dass ich diesen Autoren beim Wachsen zusehen darf. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen mit Sprache, mit Wörtern zu helfen, sie zu verzaubern und sie weiterzubringen. Jedes Mal, wenn ich merke, dass ich tatsächlich etwas bewirke, geht mir das Herz auf ...

Bin ich deshalb eine gute Autorin? Bin ich eine gute Lektorin, Übersetzerin oder Sprachlehrerin? Ich möchte mir darüber selber kein Urteil erlauben und lasse andere entscheiden Wink Ich behaupte aber, dass die Autoren, die sich weiterentwickeln wollen, entweder alleine oder mit Hilfe von anderen, und dabei ihre Ziele und Wünsche nicht aus den Augen verlieren, gute Autoren sind.
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Marie
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BeitragVerfasst am: 25.06.2010, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt Leser, die finden ein bestimmtes Buch gut und würden somit auch den Autor als gut bezeichnen. Anderen Lesern gefällt das Buch überhaupt nicht. Für sie ist der Autor nicht gut, weil er entweder zu kompliziert formuliert oder einfach zu langweilig schreibt.
Literaturkritiker empfehlen oft gute Bücher und ihre Autoren. Doch viele Leser können mit diesen Texten nichts anfangen. Für sie ist der Autor nicht gut.
Ob nun ein Autor gut oder schlecht ist liegt an den Vorlieben der Leser.
Jeder Autor sollte sein Bestes geben und seinem Stil treu bleiben, wenn er damit Erfolg hat. Er wird immer Kritiker haben.
Man kann es nicht jedem recht machen.
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J. Mertens
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BeitragVerfasst am: 26.06.2010, 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte diese Frage jetzt mal auf den Musikbereich übertragen und die Frage stellen: Ist Helge Schneider ein guter Künstler oder Musiker?

Hier kommen zwei Aspekte für eine Bewertung in Frage: Eine objektive und eine subjektive. Objektiv bewertet ist die Sache sehr einfach, wenn man einmal hinter die Kulissen geblickt hat - Helge Schneider spielt einige Instumente wahrlich meisterhaft, und um so schlecht zu spielen, dass es schon lustig rüberkommt, muss man nicht nur seine Instrumente im Griff haben, sondern ein außerordentlich gutes Gespür für die Mathematik in der Musik besitzen. Für die subjektive Betrachtung hingegen reicht der individuelle Sinn für seinen Humor - man kann drüber lachen oder auch nicht.

Ein guter Autor lässt sich auf keinen Fall an seinen Verkaufszahlen messen. Wäre das so, dann wären E. A. Poe oder auch H. P. Lovecraft äußerst schlechte Autoren gewesen. Letzterer erlebte in der Tat nur eine einzige Veröffentlichung. Erst weit nach seinem Tod kam der Boom auf seine Storys, und bei Poe sah das auch nicht sehr viel besser aus.

Ich persönlich arbeite nach einem festen Prinzip, das folgendermaßen aussieht: Ich schreibe wirklich aktiv nur zu den Themen, die mich selbst fesseln, und das sind Horror/Psycho im Belletristik- und Gedichtbereich und Esoterik im Sachbuchbereich. Sämtliche witzige Sachen, die meiner Feder entstammen, gehören von vornherein als Public Domain der Allgemeinheit, und da wird auch nie ein Copyrightvermerk drunter zu finden sein. Auftragsarbeiten würde ich aber dennoch jederzeit annehmen, sofern sie nicht meinen Überzeugungen absolut konträr gegenüberstehen. Ich habe z. B. kein Problem damit, für einen Karnevalsabend eine Büttenrede zu verfassen. Sollte ich aber z. B. für hypothetische neudeutsche Hitlerfreunde eine Parteipräambel schreiben, würde ich - nicht dankend, sondern vogelzeigend - ablehnen.

Doch all das macht auch noch keinen guten Autor aus. Ich glaube, dass es darauf ankommt, der eigenen Sprache mächtig genug zu sein, einen guten Wortschatz zu haben, seine Geschichten im Griff zu haben ohne sich zu verzetteln, mit Leidenschaft bei der Sache zu sein, und vor allem: Einen unverwechselbaren Stil zu haben, mit dem man sich deutlich identifizieren lässt. Ich glaube, das ist das Schwierigste.
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Patrick Sandro Nonn
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BeitragVerfasst am: 27.06.2010, 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

"Ich glaube, das ist das Schwierigste." --> stimmt.

Aber ist es nicht auch das Lohnenste??
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fiodormd


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BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn ich hier mit einem Beitrag etwas spät dran bin, möchte ich doch meinen Senf dazugeben.
Die Meinungen bezüglich der Frage, was einen guten Autor ausmacht, gehen ja ziemlich weit auseinander.
Ich denke, einen guten Autor macht zunächst aus, dass er überhaupt etwas zu erzählen hat und zwar etwas interessantes, etwas fesselndes, etwas mitfühlendes, etwas, dass das Gemüt des Lesers auf eine Achterbahnfahrt schickt, ihn aus dem Alltag reißt. Und dieses mittels einer ausgeprägten oder sogar überdemensional ausgeprägten Phantasie. Er muss erzählen wollen, ohne dabei an eine bestimmte Zielgruppe zu denken oder gar an monetäre Dinge. Er sollte beim schreiben geschickt sein, sich auf das wesentliche beschränken und die Fähigkeit besitzen, die Dinge, die er zu erzählen hat, in schöne Worte zu kleiden.
Ich beziehe das jetzt ausschließlich auf den Romanautor. Ich denke nicht, dass man allein dem Leser überlassen sollte, darüber zu urteilen ob ein Autor gut oder weniger gut ist. Wenn ein Leser zum Beispiel den "Zauberberg" von Thomas Mann zum einschlafen langweilig findet, ändert das nichts daran, dass Thomas Man ein sehr guter Autor war.
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Marie
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BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Jeder Mensch der einen Text beziehungsweise einen Autor beurteilen möchte muss als Erstes die Geschichte lesen. Also ist jeder Kritiker ein Leser. Da es große Unterschiede unter den Lesenden gibt sind somit auch die Bewertungen unterschiedlich.
Die Frage wäre: welche Art von Lesern bestimmt ob ein Autor gut oder schlecht ist.
Wie bei jeder Kunstform (Schreiben zähle ich auch dazu) sind die Geschmäcker verschieden.
Z.B. Der Fänger im Roggen von J.D. Salinger würde mancher anders beurteilen als Werke von Thomas Mann.
Ich glaube es bleibt eine Streitfrage, die schwer zu beantworten ist.

Liebe Grüße
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fiodormd


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BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

@Marie

Ja, es bleibt eine Streitfrage oder auch einfach nur eine Frage. So wichtig finde ich diese Frage gar nicht, schon gar nicht so wichtig als dass man sich darüber streiten sollte. Ich habe schon einige Romane gelesen, die wunderbar geschrieben waren, ich aber die Geschichte als miserabel beurteilte. Das ist natürlich ein subjektives Urteil. Diese Romane wurden für eine speziele Zielgruppe geschrieben, zu der ich mich nicht zähle. Die Geschichten entsprachen nicht meinem Geschmack. Da stimme ich dir zu, dass der Geschmack der Leiter der Beurteilung ist. Wie bei allen Themen, die etwas mit Kunst zu tun haben, wird man sie bis zum Aussterben der Menschheit nicht zuende diskutiert haben, was aber als etwas positives zu verstehen ist.

Gruß
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Marie
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BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

@flodormd

Das sehe ich auch so.

Eine Vielfalt an Themen und Schreibweisen würzt das Leben und bietet für jeden etwas. Fürchterlich wäre ein Einheitsbrei.
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Christa
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BeitragVerfasst am: 01.08.2010, 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Diese Romane wurden für eine speziele Zielgruppe geschrieben, zu der ich mich nicht zähle.


Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt. Wink
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