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SabineB

Anmeldedatum: 15.09.2006 Beiträge: 839
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Verfasst am: 20.09.2006, 21:11 Titel: Bilder im Leserkopf erzeugen
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Es ist in so ziemlich jeder Geschichte unerlässlich, eine gewisse Stimmung zu erzeugen, die auf den Leser wirkt. Je nachdem welche Situation dort gerade beschrieben wurde, wird Spannung, Heiterkeit, Trauer, Angst usw. gebraucht. Der Leser soll selbst diese Stimmung fühlen können. Außer die Gefühle der Person/en die in dieser Situation sind zu beschreiben, kann man dies erreichen, in dem man Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen versucht. Das erreicht man bei festen Wortverbindungen durch bildhafte Vergleiche, z.B. schlank wie eine Tanne, schwarz wie Samt...
Die Geschichte wird lebendig wenn man Bilder im Leserkopf erzeugt. Hierfür kann man auch Redewendungen benutzen wie z.B. in der Klemme sitzen, Geld zum Fenster rauswerfen.
Benutzt man solche "Bildworte" kann man eine überraschende Wirkung beim Leser erzielen. Man kennt das aus der Werbung; dort gebraucht niemand bei einer Ware die frisch sein soll (Lebensmittel, Waschmittel...) das Adjektiv "frisch". Es heißt dann aprilfrisch, aromafrisch usw. Oder bei Farben statt wei߸ diamantwei߸ und rot ist rubinrot. Die Bilder die wir mit diesen Wörtern verbinden erwecken damit bestimmte Eindrücke bei uns.
Allerdings ist davon abzuraten, übertrieben davon Gebrauch zu machen, da die es sonst eher lästig wird und das Lesen kompliziert. _________________ Geht nicht gibt's nicht!
Zuletzt bearbeitet von SabineB am 20.01.2007, 11:25, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Gabi


Anmeldedatum: 15.09.2006 Beiträge: 1808 Wohnort: hier
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Verfasst am: 14.10.2006, 17:11 Titel:
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... ich habe immer zuerst das Bild/die Bilder in meinem Kopf...
und wenn ich dann endlich die richtigen, möglichst die perfekten Worte gefunden habe und sich das Bild damit in meinem Kopf noch intensiver darstellt, dann denke ich, kann ich den Leser damit auch erreichen...
(hoffe ich doch)  _________________ *************************************
Wer Mauern einreissen will, sollte damit rechnen, dass ihm Steine auf die Füsse fallen
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LG Gabi
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SabineB

Anmeldedatum: 15.09.2006 Beiträge: 839
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Verfasst am: 08.11.2006, 14:54 Titel:
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Man kann auf viele Arten Bilder im Leserkopf entstehen lassen, soviel steht fest. Was meiner Meinung nach dazu aber keineswegs dienlich ist, sind unzählige Adjektive. Mein Verstand sträubt sich bei solchen Texten regelrecht, denn wenn etwas das ich mir vorstellen soll schon derart vorgegeben ist, dann ist kein Platz mehr für meine Phanatsie. Mir ist es lieber wenn etwas weniger die Phanatsie des Autoren im Vordergrund steht, weil dann meine Phantasie sozusagen meine private Version der Geschichte erschaffen kann. _________________ Geht nicht gibt's nicht! |
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Taatje
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Verfasst am: 08.11.2006, 16:23 Titel:
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Hallo Zusammen
Kurzum also:
Man sollte nicht Stereotyp schreiben sondern Nicht-Stereotyp.
Man sollte nicht berichten sondern darstellen.
Man sollte seinen Stil nicht aufmotzen sondern schärfen.
Ich habe hier ein Zitat und weiß nicht von wem auf jeden Fall ist nachfolgendes NICHT meiner Feder entsprungen. Da es aber aus einem Buch ist wo es um das Handwerk des Schriftstellers geht, ist es ok, wenn ich es hier zitiere, auch wenn ich den Autor nicht nennen kann:
"Ein interessanter Charakter entsteht, wenn seine Eigenschaften, Vorlieben, Abneigungen, etc. im Gegensatz zu seinem (literarischen) Auftrag stehen."
Beispiel: Die gute alte Miss Marple - gebrächlich, vorwitzig, neugierig, mit Wehwehchen versehen und doch in der Lage Mörder aufzuspüren.
In der Tat ist Miss Marple beliebt, geliebt, sympathisch und in den Herzen eines jeden Krimiliebhabers und ich spreche jetzt wirklich von den Büchern, zu denen auch obiges zitiert wurde! So stellt man sich einen Charakter vor, eine lebende Figur...aber auch die Landschaften und Gerüche, etc. werden einfach lebendig wiedergegeben...das muss man erstmal beim Leser erreichen, bzw. erzeugen *seufz*
Viele Grüße, Taatje |
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Chris
Anmeldedatum: 17.09.2006 Beiträge: 21 Wohnort: Wetter a.d. Ruhr
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Verfasst am: 14.11.2006, 01:31 Titel:
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Ich stelle es so an, dass ich erstmal die Wahrnehmung des Lesers auf die Wahrnehmung des Protagonisten umbiege. Die Erzählperspektive ist also sehr wichtig. Der Leser bekommt die Welt als eine Art Interpretation der Realität vorgesetzt, und diese Interpretation wird beeinflusst durch Emotionen, Vergangenheit und Sinne des Protagonisten. Die eine Metapher, die aus Figur As Sicht noch super gepasst hat, funktioniert nicht mehr bei Figur B. Wenn ich erstmal so weit bin, dass ich ein bestimmtes Set an Wahrnehmungen generiert habe, ist es einfach, die Welt bildhaft und vor allem im Einklang mit dem Protagonisten zu schildern.
Was ich damit eigentlich sagen will : Wie man Bilder im Kopf des Lesers erzeugt, hängt vom Blickwinkel ab. Bildhafte Vergleiche können bei einem nüchternen Charakter beispielsweise ganz falsch sein. Da wäre dann vielleicht eine analytische und zynische Schilderung der Umgebung angebrachter.
Chris |
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Mick

Anmeldedatum: 16.09.2006 Beiträge: 237 Wohnort: Am Ende des Universums, gleich neben der Kneipe.
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Verfasst am: 14.11.2006, 02:50 Titel:
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Also erst einmal meinen Glückwunsch Chris,
welch eine Darstellung.
Mein erster Gedanke war, hä, was, wem ist der Stein auf den Kopf gefallen?
( nicht bös gemeint )
Wie macht es der Mick?
Planlos!
Ich kenn den Anfang und das Ende und da ich immer das gleiche Ende habe, ist dies nicht besonders schwierig.
Doch in der Mitte entsteht ein Teil meines Selbst, ich versuche immer so dicht wie möglich mich in die Protagonisten zu versetzen und umgekehrt. Sie alle leben immer jetzt, so wie es mir gerade geht. Schneide ich jemanden die Kehle auf kann ich das Blut auf meiner Zunge schmecken. Schreibe ich etwas trauriges, tropfen so viele Tränen auf die Tastatur das ich ständig am wischen bin. Ich arbeite daran, mein echtes Gefühl spürbar werden zu lassen.
Ich weiß dass es funktioniert, doch weiß ich nicht ob ich es umsetzen kann.
Doch dieses werden wir bald sehen.
Wir alle wollen etwas transportieren, ein Gefühl eine Stimmung.
Und dazu müssen wir leiden und je stärker wir leiden um so mehr wird unsere Stimmung empfangen.
Ich glaube nicht an die Nüchternheit einen Text zu planen, passt auch gar nicht zu mir.
Ich glaube an die Willkür der Leidenschaft und der Trauer, an die Liebe und an den Sex.
( Wie auch sonst als Mann )
Ich bin fest davon überzeugt, das Bild des Lesers ergibt sich aus dem Leid, oder Glück des Erzählers.
Ein Buch will man lesen und spüren, das heißt der Schriftsteller muss ein Teil seines Herzens zurück lassen in diesen Seiten. |
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Chris
Anmeldedatum: 17.09.2006 Beiträge: 21 Wohnort: Wetter a.d. Ruhr
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Verfasst am: 15.11.2006, 02:27 Titel:
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Na, aber ist das nicht ziemlich einschränkend, wenn du nur schreiben kannst, was du selbst im Moment fühlst? Ich will nicht in deiner Nähe sein, wenn du dich in einen Massenmörder versetzt.
Ich glaube zwar auch, dass man empfinden muss, was man schreibt, aber auch, dass man es trennen können sollte von der eigenen Persönlichkeit. Da ist dieses kleine Zimmer in deinem Geist, und da spielt sich deine Geschichte ab - stehst du von der Tastatur auf, machst du die Tür hinter dir zu. Zumindest läuft das bei mir so ab.
Was das andere angeht, das Planen: Das braucht es nicht. Es ist eher ein Einfühlen, und dann gehts los. Was ich oben in dem Posting geschildert habe, ist nur der nüchterne Ablauf.
Chris |
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Mick

Anmeldedatum: 16.09.2006 Beiträge: 237 Wohnort: Am Ende des Universums, gleich neben der Kneipe.
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Verfasst am: 15.11.2006, 11:54 Titel:
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Hey Chris,
nein es ist nicht einschränkend, aber manchmal extrem belastend.
Wie bei der laufenden Geschichte, eine brutale Vergewaltigung, hab einige Ansätze gebraucht um das Monster zum Laufen zu kriegen, doch hatte ich Hilfe mich zu trauen.
Es ist alles möglich im Kopf und wenn man keine geheimen Türen hat, gibt es auch keine Probleme.
Wenn ich von der Tastatur aufstehe passiert nichts anderes als bei dir.
Doch bedauerlicherweise bin ich noch nicht in der Lage, was ich sehe und in diesem Moment fühle, zu transportieren.
Aber dazu bin ich ja hier  |
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Chris
Anmeldedatum: 17.09.2006 Beiträge: 21 Wohnort: Wetter a.d. Ruhr
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Verfasst am: 16.11.2006, 03:36 Titel:
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Okay.
Ich glaube, das Problem am Anfang ist meist, dass Emotionen und Sinne ein Netz aus parallelen Verbindungen im Kopf aufspannen, eine Geschichte im Gegensatz dazu aber rein sequenziell ist. Also muss das Parallele irgendwie aufgedröselt werden.
Ich mache das folgendermaßen:
Es gibt eine einfache Wahrnehmungsreihenfolge, an die ich mich halte: Ist etwas plötzlich sehr hell oder laut, erschreckend oder gefährlich, verdrängt es andere, unwichtigere Wahrnehmungen und wird zuerst beschrieben.
Also, hier mal ein beliebter Fehler: "Da kommt ein Typ auf dich zu. Er trägt einen Bart, hat braune Augen. Sein Lodenmantel flattert ihm um die Beine. In der Hand hält er ein langes Schwert."
So geschrieben ist das Müll. Denn jeder normale Mensch hätte zuerst das Schwert bemerkt, dann anhand der Körperhaltung überprüft, ob der andere Zeichen von Feindseligkeit erkennen lässt. Falls nicht, wäre der Blick hochgewandert zum Gesicht. Falls alles an der Gestalt sagt "Ich will dich umlegen", würde man fliehen oder kämpfen - das Gesicht wäre dann vollkommen uninteressant.
Das ist jetzt ein ziemlich triviales Beispiel. Achte mal darauf, wie deine Wahrnehmung funktioniert, was dir als erstes auffällt, wenn du ein Zimmer betrittst oder wenn du in bestimmte Situationen gerätst. Alles lässt sich in eine Reihenfolge bringen, auch Emotionen. Wenn du dann bei deinen Geschichten diese Reihenfolge einhältst, wirkt der Text gleich viel authentischer.
Chris |
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Mick

Anmeldedatum: 16.09.2006 Beiträge: 237 Wohnort: Am Ende des Universums, gleich neben der Kneipe.
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Verfasst am: 16.11.2006, 10:06 Titel:
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Vielen Dank Chris,
ich denke mal dass ich dieses soweit schon berücksichtige.
Doch ehrlich sicher, glaube ich, oder hoffe
Was ich damit meine, die nächste Geschichte wird es zeigen und dort gibt es elementare Punkte auf denen mein Unvermögen ruht.
Bis dahin verbleibt der Mick mit einem  |
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Angel


Anmeldedatum: 14.01.2007 Beiträge: 1428 Wohnort: Straubing
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Verfasst am: 18.01.2007, 11:21 Titel:
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Ich habe soeben noch einmal alle Beiträge in diesem Thread gelesen. Hochinteressant.
Habe ich doch das Problem, die Bilder, welche sich in meinem Kopf tummeln, verständlich nieder zu schreiben.
Meist bin ich selbst in der Situation gefangen: meine Finger fliegen über die Tastatur, damit auch wirklich alles, was ich sehe, eingetippt werden kann. Mein Körper ist angespannt, Röte macht sich auf meinen Wangen breit und ich kann einfach nicht aufhören, bis ich das, was ich sah, zu Ende geschrieben habe. Dann lehne ich mich erschöpft zurück, lese es durch und möchte es am liebsten wieder in den Mülleimer werfen (bildlich gesprochen).
Das ist aber nicht immer so. Gelegentlich schaffe ich es, Emotionen und Bilder in die Geschichte zu bringen; verständlich, nachvollziehbar... Aber ich stehe ja mehr oder weniger erst am Anfang und habe viel, viel Zeit zum Lernen...
Liebe Grüße
Angel |
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DieHeimsuchung


Anmeldedatum: 15.01.2007 Beiträge: 740
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Verfasst am: 19.01.2007, 12:28 Titel:
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Ich glaube, Bilder kann ich halbwegs gut erzeugen, zumindest die unheimlichen. (was sagt meine Co-Autorin dazu? )
Es dauert bei mir allerdings auch entsprechend lange, bis ich das hin bekomme. Vielleicht ist es auch Übungssache. Hilfreich kann es auch sein, den Text nach Tagen noch einmal durch zu lesen, dann merkt man ganz deutlich, wo es noch hapert und es kommen neue Ideen. _________________ Jeden Monat neu: Das Motto des Monats! Dezember:
Nur Liebe ist der Weg zum Glücklich sein. Alles andere ist traurige Illusion, die kurz erfreut aber niemals das Herz mit wahrer Freude erfüllt. |
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SabineB

Anmeldedatum: 15.09.2006 Beiträge: 839
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Verfasst am: 28.01.2007, 14:24 Titel:
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Was auch ganz hilfreich sein kann um eine bestimmte Szene im Leserkopf als Bild zu erzeugen, ist es die Szene "vorzubereiten". Mal ein Beispiel:
Ich will meinem Leser gleich die Bilder einer Szene in den Kopf setzen, in der mein Prot. sich einsam fühlt und deprimiert ist. Wenn ich das ja bereits lange genug vorher weiß, dann kann ich das z.B. unterstützen indem ich den Ort an dem die Szene stattfindet entsprechend anpasse. Etwa zu Hause, alleine im Wohnzimmer mit einer Flasche Bier.
Würde ich das auf einem Rummelplatz den jeder mit guter Laune verbindet stattfinden lasse, dürfte es dem Leser schwerer fallen. Ebenso kann man wenn es sich anbietet auch kleine, unbedeutende Ereignisse vorausgehen lassen. Es könnte z.B. jemand anrufen und eine Verabredung absagen.
Wenn man den Leser durch solche Kleinigkeiten schon in die Szene versetzt, dann fällt es ihm auch leichter die Bilder zu sehen. _________________ Geht nicht gibt's nicht! |
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Patrick Sandro Nonn

Anmeldedatum: 22.04.2010 Beiträge: 346 Wohnort: Brohl-Lützing
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Verfasst am: 26.04.2010, 19:57 Titel:
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Da ich mich voll und ganz Konrad Beikirchers Meinung anschließe und auch denke, dass "Sprache Musik ist" komponiere ich meine Texte mehr als das ich sie schreibe. Wenn man die richtige Melodie im Kopf hat lassen sich auch die dazugehörenden Bilder gut erzeugen. Achtet doch einfach mal darauf, wie ein Satz den ihr geschrieben habt klingt, wenn ihr ihn euch laut vorlest. Erzeugt er die Stimmungen, die ihr hervorrufen wolltet?
Ich finde, Vokale sind die besten Instrumente die wir als Schreibende haben. Schon ganz für sich allein können sie Stimmungen erzeugen. Wenn sie dann auch noch in Verbindung mit Konsonanten klingen.... na ich denke dann machen wir schon Musik, auch wenn das unter unseren Händen kein Klavier ist.
Natürlich mache ich vorher meine handwerklichen Hausaufgaben. |
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J. Mertens


Anmeldedatum: 04.08.2009 Beiträge: 722 Wohnort: Altena/Westf.
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Verfasst am: 27.04.2010, 07:23 Titel:
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Vor allem finde ich es wichtig, dass man nicht nur dauernd mit bekannten Metaphern um sich wirft, wie z. B. "weiß wie Schnee" etc, sondern selbst kreierte Bildsprache verwendet. Das kann geschehen, indem man eine eigene Interpretation der augenblicklichen Situation anbietet.
Es wäre z. B. unsinnig, wenn der Prot sich plötzlich und unvermittelt einem Eisbären gegenüber sieht und man dessen Fell als "weiß wie Schnee" beschreibt. Besser wäre hier: "Obwohl das Wesen, das sich ihm gegenüber aufbaute, ein weißes Fell trug, hob sich dieses auf bedrohliche Weise von seiner frostigen Umgebung ab. Diese natürliche Tarnkappe verlor jedoch sehr spät ihre Wirkung, sodass Joachim die Kreatur erst als Eisbär identifizieren konnte, als sie direkt vor ihm stand."
Ein Meister dieser Bildsprache ist m. E. Stephen King. Er schafft es in der Tat, über Seiten hinweg eine einzige Person zu beschreiben, ohne dabei langweilig zu werden. Eine besonders witzige Interpretation von Spiegeleiern findet sich in "Das Monstrum", als er diese - angefertigt von einer ganz bestimmten Person, die das nicht kann - als "gebratene Arschlöcher" bezeichnet. _________________ Gar fürchterliche Leseproben meines Schaffens gibt es hier |
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M-F Hakket


Anmeldedatum: 28.07.2009 Beiträge: 684 Wohnort: Bremervörde
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Verfasst am: 02.05.2010, 11:35 Titel:
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Naja, oder statt bei einem Joghurt zu sagen, dass das Haltbarkeitsdatum abgelaufen sei, könne man erklären, dass der Joghurt sich nach eingehender Betrachtung seines momentanen Zustands dazu bringen konnte, doch mal mit dem Joggen zu beginnen. (Ich fühle mich so aufgebläht!)
Man könnte noch weiter gehen und den Joghurt einen Monolog halten lassen:
"Boah, Alter ... also, ne du ... so geht das nicht weiter. Kuck dich mal an! Du bist so fett geworden, richtig aufgebläht!! Schnüffel. "Und wie du riechst! Du musst echt mal was für dich tun ..."
Oder so. _________________ In jedem Menschen existieren düstere Orte. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gefunden.
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"Die Katze von Frau Wagner" http://www.tordenfjord.de/buecher/wagner.html
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